Filmkritik: “Elvis”
Hannah Rau - 23. Juni 2022 -Baz Luhrmann haut mal wieder auf die Kacke. Sein Biopic ist eine Hommage an den Künstler, ans Kino, aber auch eine Aktualisierung des Mythos Elvis Presley.
Hannah Rau interessiert sich nicht für Hochglanz. Stattdessen wendet sie sich lieber dem Abseitigen zu. Mit offenen Augen durch die Welt zu gehen, bedeutet für Hannah: vor allem das in den Blick zu nehmen, was andere übersehen; lieber die kleinen als die großen Bühnen zu beleuchten; den Debutautor kennenzulernen, nicht den Beststeller; dem Schiefen Aufmerksamkeit zu schenken und die Geschichten hinter den Brüchen zu erzählen. Raum dafür findet sie in ihren Rezensionen, Features und Podcasts u.a. für WDR, Viertausend Hertz, Deutschlandradio und den Argon Verlag.
Baz Luhrmann haut mal wieder auf die Kacke. Sein Biopic ist eine Hommage an den Künstler, ans Kino, aber auch eine Aktualisierung des Mythos Elvis Presley.
Die dreiteiligen Tweed-Anzüge, der charakteristische Dialekt und der umwerfend androgyne Cillian Murphy als Thomas Shelby: “Peaky Blinders” gehört zu meinen absoluten Lieblingsserien. Bei WDR 5 habe ich analysiert, was den Kultcharakter der Serie ausmacht.
Über Kinderbetreuung zu diskutieren, ohne ideologisch zu werden, ist kaum möglich. Ich hab’s versucht. Auf Basis der kontroversen Studienlage und mit Hilfe verschiedener Expertinnen und Experten.
Sein ganzes Leben lang steht Tobias* unter Druck: Obwohl er nach außen wie die Ruhe in Person wirkt, fühlt er sich selbst getrieben. Er ist unzuverlässig und das macht ihm Probleme: Freunde wenden sich von ihm ab, Kollegen stellen ihn in Frage. Doch so sehr er sich bemüht, es gibt Dinge, die er nicht in den Griff bekommt. Als Tobias* beinahe zufällig erfährt, dass er ADHS haben könnte, ahnt er, dass die Diagnose ihm helfen wird, sein Leben und seine Gefühle zu ordnen.
Wie Überwachung und Denunziation Freundschaften, Liebesbeziehungen und Familien vergiften können, schildert Anna Yeliz Schentke in ihrem Debütroman – eindringlich, aber unaufgeregt und ohne Pathos.
Drogen, Pornografie und Instagram bestimmen das Leben der jugendlichen Rue und ihrer Clique. Ein schonungsloser Blick auf das Heranwachsen in den USA. Absolut sehenswert!
Lektoren prüfen einen Roman auf Herz und Nieren – doch außer dem Autor bekommt davon keiner etwas mit. Ein Beitrag über die Arbeit von Lektorinnen und ihren Einfluss auf die Literatur.
Nona ist 70 und erwartet ein Kind. Das kleine Wunder in ihrem Bauch versetzt die ganze Familie in Chaos. Eine humorvolle Arte-Serie über Mutterschaft und Familienrollen.
Alle lieben Sex Education. Aber warum interessieren sich Erwachsene plötzlich wieder für Highschool-Dramen? Hab ich mich gefragt und mir in der Wochenzeitung “Die Zeit” Gedanken dazu gemacht. Und jetzt redet euch bitte nicht mit Gillian Anderson raus.
Ich habe alle Bücher von Édouard Louis gelesen. Zugegeben, das ist ein bisschen so, wie sich mit Büchners Gesamtwerk zu brüsten. Als ich die Ankündigung des Verlags für sein neues Buch las, war mein erster Gedanke: “Noch einmal?” Hat Louis seine Familie inzwischen nicht häufig genug bespiegelt? Doch die Lektüre hat mich überzeugt. Erst durch dieses wieder und wieder beleuchten, schafft Louis eine Atmosphäre der Intimität und erreicht damit so etwas wie Begegnung, sogar Nähe zweier völlig fremder Milieus. Unbedingt lesen – von Anfang an!